Projekterfahrung · Automotive Seating · Serienentwicklung

Audi A8 Sitzentwicklung für die erste und zweite Sitzreihe.

Bauteilverantwortung und Integration von Elektro-, Mechanik-, Kunststoff-, Metall- und Polsterkomponenten – von der Problemanalyse über Versuchsmuster und DFMEA bis zur Serienreife.

Bauteilverantwortung Sitztiefenverstellung Kunststoffteile Crashanalyse DFMEA TRIZ
Symbolbild zur Sitzentwicklung und Crashsicherheit im Fahrzeuginnenraum

Systemverantwortung

Viele Disziplinen zu einem robusten Sitzsystem verbinden

Im Rahmen eines Projekteinsatzes beim Sitzsystemlieferanten Faurecia wurde Verantwortung für Komponenten und Funktionen der ersten und zweiten Sitzreihe des Audi A8 übernommen. Elektrische Antriebe, Bedienelemente, Verstellmechaniken, Metallstrukturen, Kunststoffbauteile sowie Schaum- und Bezugskomponenten mussten in einem gemeinsamen Bauraum zuverlässig zusammenwirken.

Die Aufgabe ging weit über die Konstruktion einzelner Teile hinaus. Kinematik, Betätigungskräfte, Toleranzen, Oberflächen, Montage, Sicherheit, Dauerhaltbarkeit und Crashverhalten waren als zusammenhängendes System zu betrachten.

Technische Herausforderung

Elektrisch betätigte Sitztiefenverstellung

Hohe Reibung führte zur Überlastung der Zahnstange.

Während der Verstellung mussten Schaum und Sitzbezug kontrolliert über die bewegliche Struktur abrollen. Zu hohe Reibungs- und Betätigungskräfte belasteten Antrieb und Mechanik, bis die Zahnstange versagte. Die Ursache lag im Zusammenspiel von Mechanik, Führung, Antrieb, Schaum, Bezug, Bewegung und Toleranzen – nicht in einem einzelnen Bauteil.

Ursachenanalyse

Schadensbild, Kraftfluss, Reibung, Kinematik, Führung, Toleranzen und mögliche Verkantung systematisch untersuchen.

Lösungskonzepte

Varianten entwickeln, Zielkonflikte mit TRIZ bearbeiten und Mechanik, Antrieb sowie Polsteraufbau gemeinsam optimieren.

Modelle & Versuche

Versuchsmuster aufbauen, praktisch erproben und Erkenntnisse iterativ in die Konstruktion zurückführen.

Serienreife

Die Lösung technisch absichern, mit Lieferanten abstimmen und bis zu einem robusten Serienstand weiterentwickeln.

Entwicklungsprozess

Vom Schadensbild zur belastbaren Serienlösung

01 Analysieren

Reibungs-, Kraft- und Bewegungsverhältnisse sowie das Versagen der Zahnstange verstehen.

02 Ideen entwickeln

Konstruktive Varianten für Antrieb, Führung, Mechanik, Schaum und Bezug erarbeiten.

03 Konstruieren

Ausgewählte Lösungen detaillieren und alle Schnittstellen im Sitzsystem abstimmen.

04 Erproben

Modelle und Muster aufbauen, testen, bewerten und zielgerichtet weiter optimieren.

05 Freigeben

Lieferanten, Kunde, DFMEA, Versuche und Änderungsstände bis zur Serienreife koordinieren.

Die robuste Lösung entstand durch die gemeinsame Betrachtung von Antrieb, Mechanik, Reibung, Schaum, Bezug, Kinematik und Toleranzen.

Bauteilverantwortung

Kunststoff- und Bedienkomponenten seriengerecht entwickeln

Zu den betreuten Komponenten gehörten seitliche Sitzblenden, Schaltknöpfe für die elektrische Sitzbetätigung und Kopfstützenhülsen. Design, Haptik, Bauraum und Bedienbarkeit wurden mit Werkzeuggerechtigkeit, Montage und Robustheit verbunden.

Besondere Aufmerksamkeit galt den Kontaktbereichen zwischen beweglichen Bauteilen: Mindestabstände, zulässige Spalte, Radien sowie der Schutz vor Quetsch- und Scherstellen wurden bereits in der Konstruktion berücksichtigt.

Zur Verantwortung gehörten außerdem die Steuerung externer Lieferanten, die Organisation und Durchführung technischer Besprechungen mit Audi, die Mitwirkung bei der DFMEA sowie die Verfolgung von Änderungen, offenen Punkten und Freigaben.

Sicherheit & Regelwerke

Crashverhalten, Insassenschutz und OEM-Anforderungen

Versuchs- und Crashtestergebnisse wurden ausgewertet, Belastungspfade nachvollzogen und auffällige Bereiche konstruktiv optimiert. Berücksichtigt wurden die zum jeweiligen Entwicklungszeitpunkt gültigen gesetzlichen Anforderungen, projektspezifischen Audi-/Volkswagen-Konzernvorgaben sowie die für den Projektumfang relevanten Regelwerke.

UN/ECE R17 Festigkeit von Sitzen, Sitzverankerungen und Kopfstützen.
UN/ECE R14 und R16 Gurtverankerungen, Sicherheitsgurte und Rückhaltesysteme.
UN/ECE R21 Innenausstattung, Kontaktbereiche und Verringerung des Verletzungsrisikos.
UN/ECE R25 Anforderungen an Kopfstützen und deren Schutzwirkung.
UN/ECE R94 und R95 Insassenschutz bei Frontal- und Seitenaufprall.
DIN 75200 / ISO 3795 Brennverhalten von Werkstoffen der Kraftfahrzeuginnenausstattung.
ISO 6549 H- und R-Punkte zur Auslegung der Sitzposition und des Innenraums.
OEM-Vorgaben Projektspezifische Audi-/Volkswagen-Richtlinien zu Konstruktion, Erprobung und Freigabe.
Die jeweils anzuwendende Ausgabe und der Änderungsstand richteten sich nach Entwicklungszeitpunkt, Fahrzeugvariante und projektspezifischer Freigabe. Die Darstellung enthält keine vertraulichen Projektunterlagen oder internen Richtliniendokumente.

Leistungsumfang

Engineering von der Ursachenanalyse bis zur Serie

Systemintegration

Elektro-, Mechanik-, Kunststoff-, Metall-, Schaum- und Bezugskomponenten zusammenführen.

Crashoptimierung

Versuchsergebnisse auswerten, Belastungspfade verstehen und Konstruktionen verbessern.

DFMEA & TRIZ

Risiken strukturiert bewerten und technische Widersprüche methodisch lösen.

Koordination

Audi-Abstimmungen, externe Lieferanten, Änderungen, Musterstände und Freigaben steuern.

Konstruktionsbüro für industrielle Produktentwicklung

Komplexe Konstruktion mit Engineering und Serienerfahrung.

Die Audi-A8-Sitzentwicklung zeigt, wie BOLTCAD Konstruktion, Systemintegration, technische Problemlösung, Versuch und seriengerechte Umsetzung miteinander verbindet.

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Projekterfahrung: Diese Seite beschreibt berufliche Projekterfahrung aus einem früheren Einsatz im Umfeld Faurecia/Audi. Veröffentlicht werden ausschließlich allgemeine, übertragbare Engineering-Inhalte. Audi, A8, Faurecia und weitere Markenbezeichnungen sind Eigentum der jeweiligen Rechteinhaber. Bild: iStock 177682961, lizenziertes Symbolbild.

Automotive Engineering

Komplexe Sitz- und Innenraumsysteme zuverlässig entwickeln.

Von der konkreten Änderungsaufgabe bis zum abgegrenzten Entwicklungspaket – vertraulich, strukturiert und serienorientiert.

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