Die eigentliche Frage lautet: Fehlt eine Person – oder fehlt ein Ergebnis?
Wenn Projekte liegen bleiben, Zeichnungen nicht fertig werden oder ein Entwicklungstermin gefährdet ist, lautet die erste Reaktion häufig: Wir brauchen einen weiteren Konstrukteur. Doch hinter der Kapazitätslücke können sehr unterschiedliche Aufgaben stehen.
Vielleicht fehlen für einige Monate zusätzliche CAD-Stunden. Vielleicht muss eine konkrete Baugruppe fertig entwickelt werden. Vielleicht braucht das Team zusätzlich FEM-Unterstützung, ISO-GPS-Know-how, Konzeptentwicklung oder Prototyping. In solchen Fällen lohnt es sich, den Bedarf nicht nur als offene Stelle, sondern als technische Aufgabe zu betrachten.
Nicht zuerst fragen: „Wen müssen wir einstellen?“
Sondern: „Welche Ergebnisse fehlen dem Projekt – und welche Kompetenzen werden dafür tatsächlich benötigt?“
Wann eine Festanstellung die richtige Entscheidung ist
Eine Festanstellung ist besonders sinnvoll, wenn dauerhaft eine klar definierte Auslastung vorhanden ist, das Know-how langfristig intern aufgebaut werden soll und die Aufgabe eng in tägliche interne Abläufe eingebunden ist.
Ein eigener Mitarbeiter entwickelt zudem langfristig Produkt-, Prozess- und Unternehmenswissen. Für stabile Kernaufgaben kann das strategisch deutlich wichtiger sein als kurzfristige Flexibilität.
Wann externe Engineering-Kapazität interessant wird
Projektspitzen
Für drei oder sechs Monate besteht deutlich mehr Konstruktionsbedarf, ohne dass die langfristige Auslastung bereits gesichert ist.
Akuter Termindruck
Der Bedarf besteht jetzt. Recruiting, Auswahl, Kündigungsfristen und Einarbeitung passen zeitlich nicht zum Projektplan.
Mehrere Disziplinen
Das Projekt benötigt nicht nur CAD, sondern beispielsweise zusätzlich FEM, ISO GPS, technische Problemlösung oder Prototyping.
Abgrenzbare Arbeitspakete
Eine Baugruppe, Variantenkonstruktion, Zeichnungspaket oder technische Untersuchung kann mit definiertem Ergebnis extern bearbeitet werden.
Mitarbeiter und Engineering-Partner sind wirtschaftlich nicht 1:1 vergleichbar
Beim Vergleich wird häufig der interne Bruttolohn einem externen Stundensatz gegenübergestellt. Das greift zu kurz. Eine Festanstellung umfasst neben dem Gehalt weitere Arbeitgeberkosten und bindet Kapazität unabhängig davon, ob in jeder Woche genau die passende Projektarbeit vorhanden ist.
Auf der anderen Seite ist externe Unterstützung pro produktiver Stunde typischerweise teurer. Sie kann jedoch gezielt für einen definierten Zeitraum oder ein konkretes Arbeitspaket eingesetzt werden. Deshalb sollte nicht allein der Stundensatz verglichen werden, sondern Gesamtkosten, Auslastungsrisiko, Geschwindigkeit und benötigtes Ergebnis.
| Entscheidungskriterium | Festanstellung | Externe Engineering-Unterstützung |
| Langfristiges internes Know-how | Sehr stark | Know-how wird projektbezogen eingebracht und sollte sauber dokumentiert/übergeben werden. |
| Schwankender Projektbedarf | Kapazität bleibt langfristig gebunden. | Umfang kann projektbezogen definiert werden. |
| Startgeschwindigkeit | Abhängig von Recruiting und Verfügbarkeit. | Bei verfügbarer Kapazität kurzfristiger Projektstart möglich. |
| Breite Spezialkompetenz | Abhängig vom Profil einer einzelnen Person. | Je nach Partner Zugriff auf mehrere Engineering-Disziplinen. |
| Interne Integration | Sehr hoch. | Schnittstellen und Verantwortlichkeiten müssen bewusst organisiert werden. |
Der Unterschied zwischen „einem externen Konstrukteur“ und einem Engineering-Team
Ein einzelner externer Konstrukteur erweitert zunächst die CAD-Kapazität. Ein Engineering-Team kann darüber hinaus unterschiedliche Aufgaben miteinander verbinden.
Bei einer Baugruppe kann beispielsweise ein Konstrukteur die Geometrie entwickeln, ein Berechner einen kritischen Lastfall untersuchen und ein erfahrener Engineer die Zeichnung hinsichtlich ISO GPS oder Herstellbarkeit reviewen. Nicht jedes Projekt braucht all diese Kompetenzen – aber sie können bei Bedarf hinzugezogen werden.
Ein Unternehmen kauft dann nicht einfach zusätzliche CAD-Stunden.
Es kauft für einen definierten Zeitraum Zugriff auf die Kompetenzen, die für das konkrete Entwicklungsproblem erforderlich sind.
Arbeitspaket statt offene Kapazitätsbestellung
Besonders effizient kann externe Zusammenarbeit werden, wenn nicht nur „ein Konstrukteur für 40 Stunden pro Woche“ bestellt wird, sondern ein klar definiertes Ergebnis.
Ein Arbeitspaket könnte beispielsweise lauten: vorhandene Baugruppe analysieren, konstruktiv überarbeiten, drei Varianten bewerten, ausgewählte Lösung detaillieren und Fertigungszeichnungen erstellen. Damit lassen sich Schnittstellen, Verantwortung und Projektfortschritt besser steuern.
Fünf Fragen vor der nächsten Stellenausschreibung
Ist der Bedarf dauerhaft?Besteht die zusätzliche Auslastung voraussichtlich auch nach dem aktuellen Projekt?
Wie schnell wird Kapazität benötigt?Kann das Projekt einen mehrmonatigen Recruiting-Prozess verkraften?
Welche Ergebnisse fehlen konkret?CAD-Modelle, Baugruppen, Zeichnungen, Simulationen, Konzepte oder komplette Arbeitspakete?
Braucht das Projekt eine oder mehrere Kompetenzen?Kann eine einzelne Neueinstellung den tatsächlichen fachlichen Bedarf abdecken?
Wie hoch ist das Auslastungsrisiko?Was passiert mit zusätzlicher interner Kapazität, wenn das Projekt endet oder verschoben wird?
Hybrid ist häufig die sinnvollste Lösung
Die Entscheidung muss nicht „intern oder extern“ lauten. In vielen Projekten ist eine Kombination sinnvoll: Das interne Team behält Produktverantwortung, Kernwissen und Entscheidungen. Ein externer Partner übernimmt definierte Baugruppen, Varianten, Berechnungen, Zeichnungspakete oder Kapazitätsspitzen.
Damit bleibt das entscheidende Know-how im Unternehmen, während zusätzliche Kapazität dort eingesetzt wird, wo sie gerade benötigt wird.
Was ein externer Partner liefern muss, damit das funktioniert
Externe Unterstützung ist nur dann wirtschaftlich, wenn die Koordination beherrschbar bleibt. Dazu gehören klare Ansprechpartner, definierte Datenstände, CAD- und Zeichnungsstandards, regelmäßige Reviews und eindeutige Verantwortlichkeiten.
Ein vermeintlich günstiger externer Stundensatz bringt wenig, wenn das interne Team anschließend einen großen Teil seiner Zeit für Nacharbeit und Koordination benötigt. Entscheidend ist daher die Qualität der Zusammenarbeit und des gelieferten Ergebnisses.
Weiterführend: Für die nächste Entscheidung passen auch Konstruktionsengpass im Maschinenbau: 7 Aufgaben, die sich gut extern vergeben lassen und Baugruppe extern konstruieren lassen: So definieren Sie ein Engineering-Arbeitspaket. Die passende BOLTCAD-Leistung finden Sie unter Konstruktion.
Externe Konstruktion und Engineering-Kapazität aus Hilden bei Düsseldorf
BOLTCAD ENGINEERING unterstützt Entwicklungsabteilungen projektbezogen mit Konstruktion, Siemens NX, SolidWorks, FEM/ANSYS, ISO GPS, technischer Problemlösung und Prototyping. Unternehmen aus Hilden, Düsseldorf, Solingen, Langenfeld, Wuppertal, Köln und darüber hinaus können einzelne Arbeitspakete oder zusätzliche Engineering-Kapazität einsetzen – remote, vor Ort oder kombiniert.
Ein kleiner Testauftrag kann mehr zeigen als ein langes Verkaufsgespräch
Wenn noch unklar ist, ob externe Zusammenarbeit zum internen Prozess passt, muss nicht sofort ein großes Projekt vergeben werden. Ein abgegrenztes technisches Arbeitspaket kann zeigen, wie Kommunikation, Datenübergabe, Qualität und Geschwindigkeit in der Praxis funktionieren.
Geeignet sind beispielsweise ein Zeichnungsreview, eine konstruktive Optimierung, eine definierte Variantenaufgabe, eine FEM-Fragestellung oder eine einzelne Baugruppe.